Wieso wurde die Stadt Linz aufgefordert, Aufsichtsratsprotokolle der Immobilien Linz GmbH vorzulegen?

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"Das höchste Bankprodukt das ich kenne, ist ein Bausparvertrag oder ein Sparbuch", so verantwortete sich  Johann Mayr Ende September 2013 als Zeuge vor dem Handelsgericht Wien. Johann Mayr war rund zehn Jahre lang Linzer Finanzstadtrat, studierte unter anderem an der London School of Economics und an der Emory Business School. Johann Mayr war auch Aufsichtsratsvorsitzender der Immobilien Linz GmbH (ILG), einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft der Stadt Linz. Auch die ILG hatte mehrere Swap-Geschäfte abgeschlossen, die im Aufsichtsrat diskutiert wurden. Anhand der Aufsichtsratsprotokolle könnte man also nachvollziehen, ob Mayr tatsächlich jedes Verständnis für Finanzprodukte fehlte, die komplexer sind als ein Bausparer. Am 7.11.2008 wurde die Swap-Thematik (insbesondere Bewertungen) im Aufsichtsrat der ILG im Detail diskutiert. Sollte sich herausstellen, dass Mayr sich im ILG-Aufsichtsrat sehr wohl sachkundig zu den Swap-Geschäften geäußert hat, steht der Verdacht der falschen Zeugenaussage vor dem Handelsgericht Wien im Raum. Bis jetzt ist die Stadt Linz der Aufforderung zur Vorlage der ILG-Aufsichtsratsprotokolle von Richter Pablik allerdings nicht nachgekommen.

Last modified on Wednesday, 19 November 2014 10:57
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